Keine Windenergieanlagen in unmittelbarer Nähe der denkmalgeschützten Burg Münzenberg

Mit Urteil vom 15. September 2020 hat die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen eine Klage auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von vier Windenergieanlage in der Gemarkung Wölfersheim-Wohnbach abgewiesen.

Die Klägerin macht in ihrer Klage geltend, dass erneuerbare Energien unter dem Aspekt des Klimaschutzes gefördert werden müssten und daher die denkmalschutzrechtlichen und artenschutzrechtlichen Belange zurückzustellen seien.

Die Kammer teilt in dem Urteil die im Ablehnungsbescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt vertretene Auffassung, dass die Errichtung der Anlagen in einer Entfernung von 3 bis 4 Kilometern zu der als Einzelkulturdenkmal geschützten Burg Münzenberg (Münzenburg) eine erhebliche Beeinträchtigung der Münzenburg zur Folge hätte und somit gegen das Hessische Denkmalschutzgesetz verstoßen würde. Die über 200 Meter hohen Windenergieanlagen seien von verschiedenen Sichtpunkten der Münzenburg zu sehen und würden die Bedeutung dieser Burg als Denkmal erheblich beeinträchtigen.

Ob einer Genehmigung darüber hinaus auch artenschutzrechtliche Bestimmungen wegen eines signifikant erhöhten Tötungsrisiko für das lokale Vorkommen des Rotmilans und regionalplanerische Festsetzungen des Teilregionalplanes „Erneuerbare Energien 2019/Südhessen“ entgegenstehen, war für die Kammer nicht (mehr) entscheidend.

Das Urteil (vom 15. September 2020, 1 K 4076/17.GI) ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können dagegen binnen eines Monats nach Zustellung der schriftlichen Entscheidungsgründe die Zulassung der Berufung beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel beantragen.

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