Geschichte des Verwaltungsgerichts Gießen

Das Verwaltungsgericht Gießen ist das jüngste der fünf hessischen Verwaltungsgerichte.

"Keimzelle" des Gerichts war die Einrichtung von zwei auswärtigen Kammern des Verwaltungsgerichts Wiesbaden im Januar 1980, die im Stadtwerkehochhaus in der Lahnstraße ihren Betrieb aufnahmen. Die hohe Dauerbelastung dieser beiden Kammern (jährlich bis zu 1200 Neueingänge nebst einigen tausend Hochschulzulassungsverfahren bzgl. der Universität Gießen) führte schließlich zur Gründung eines selbständigen mittelhessischen Verwaltungsgerichts in Gießen am 01. Januar 1987, welches mit damals fünf eingerichteten Kammern für die Bearbeitung von Verfahren aus den Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg zuständig war. Mit Marburg fiel damit auch eine weitere Universität in den Zuständigkeitsbereich des Gerichts, mit der Folge, dass sich auch die Anzahl der Hochschulzulassungsverfahren weiter erhöhte.

Da die beengten Platzverhältnisse im Stadtwerkehochhaus nicht mehr ausreichten, benötigte das Gericht neue Räumlichkeiten, die auf zwei angemieteten Etagen unter der Anschrift Talstraße 3 im Schiffenberger Tal gefunden wurden.

Die nachhaltigste Veränderung des Gerichts trat durch die Erstreckung seiner Zuständigkeit auf Asylverfahren im Jahre 1991 ein, die neben der Übernahme von ca. 2000 bereits anhängigen Verfahren noch im selben Jahr zu 1518 Neueingängen allein in diesem Rechtsbereich führte. Um diese "Verfahrensflut" bewältigen zu können, wurde das Gericht im Jahr 1991 zunächst auf sechs Kammern und anschließend im Jahr 1992 auf neun Kammern aufgestockt. Dies machte noch im Jahr 1992 die Einrichtung einer Dependance in der Friedrich-List-Straße 25 erforderlich, die bis zum Umzug des Gerichts im Mai 1994 in den Neubau und heutigen Standort in der Marburger Straße 4 existierte. Mit diesem Umzug wuchs das Gericht schließlich auf eine Größe von zehn Kammern an, was wegen der ständig zunehmenden Eingänge im Asylbereich und einer Vergrößerung des Gerichtsbezirks um den Wetteraukreis im Jahr 1992 dringend erforderlich geworden war.

Heute ist das Verwaltungsgericht Gießen mit 8 Kammern und gegenwärtig 24 Richterinnen und Richtern, 7 Beamtinnen und Beamten und 28 Angestellten nach dem Verwaltungsgericht Frankfurt am Main das zweitgrößte der fünf erstinstanzlichen hessischen Verwaltungsgerichte.