Ausstellung vom 07.05.2015 bis 31.07.2015

Vernissage 

Eröffnung: Donnerstag, 07. Mai 2015 um 18:00 Uhr 
im Justizzentrum Mainzer Str. 124, 65189 Wiesbaden
Begrüßung und Ausstellungseröffnung: Bernd Schneider
Zu den Arbeiten sprechen: Leo Hiemer (Marian Czura), Irgen Kaufmann (Irgen d`Kork)
Musik: Roman Czura (Piano)
Die Ausstellung ist bis 31.07.2015 montags, dienstags, mittwochs, freitags von 08:00 bis 16:45 Uhr, donnerstags von 08:00 bis 17:30 Uhr geöffnet.

Marian Czura

Marian Czura wurde in Polen geboren und erlangte dort das Abitur.
Er studierte anschließend, Philosophie und Theologie in Neiße, Oppeln und Psychologie in Warschau. Dem folgte das Studium der Malerei am Frankfurter Städel und ein Studienaufenthalt in Amsterdam.
In der Folgezeit entstanden zahlreiche Bilder, aber auch Dokumentations- und Spielfilme, u. a. Krautsand (in Zusammenarbeit mit der WAF [Westallgäuer Filmproduktion]) Land der Räuber und Gendarmen, Daheim sterben die Leut', Schön war die Zeit, und Leni, sowie Beutekameraden und zuletzt die beiden Kinodokumentationen Er tanzte das Leben und Klang der Seele.
Er war Dozent an der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, der Hochschule für Gestaltung Offenbach, Gastdozent in Offenbach am Main, sowie Artdirector der IFMA München. Zur Zeit lebt er in Darmstadt, macht immer wieder Filme, malt Bilder und schreibt.

Meine Begegnung mit der Kunst.

Ich war elf Jahre alt. Das Leben in unserem schlesischen Dorf an der Oder bewegte sich mit gewohnter Gleichmäßigkeit. Doch eines Tages geschah etwas Außergewöhnliches. 12 Künstler kamen im Frühsommer ins Dorf, und es stand an, die völlig schmucklose Barockkirche auszugestalten. Es waren Maler, Bildhauer und Stuckateure. Für mich öffnete sich eine faszinierende Welt. Ihre Werkstätten wurden mein Zuhause. Nach drei Jahren durfte ich auch schon mal auf große Pergaminbögen Figuren in unterschiedlichem Gestus zeichnen. Eines Tages, während ich meine Gestalten in „Bewegung“ setzte, kam Georg, der Meister aller Gewerke, zu mir und dachte laut nach über das künstlerische Schaffen: wie man sieht, kann man mit viel Fleiß auch die kompliziertesten Maltechniken erlernen und sogar malen, aber das ist noch lange nicht Kunst.

Wenn Du eine Blume malst, so wie du sie siehst und sie der gesehenen Blume sehr ähnlich nachbildest, dann ist das eine lobenswerte Leistung. Aber, wenn du eine Blume malst, die an eine Blume erinnert und die Sinne der Betrachter befeuert, dann ist dir was Großartiges gelungen. Ein gutes Bild sollte gedankliche Tiefe und Leidenschaft beinhalten, den Verstand und das Gemüt bewegen. Man sollte profunde Kenntnisse haben, bevor man zu malen beginnt.

Die Worte des Meister Georg haben mir schwer zu denken gegeben. Ich machte mich auf in die Welt zum Studieren und kam doch wieder zum Malen zurück. Meine Bilder möchte ich jedoch nicht selber beurteilen und überlasse es anderen klugen Köpfen – z. B.:

„Marian Czura war mir bislang immer als Filmschaffender bekannt: Kameramann, Drehbuchautor, Regisseur. Das Thema seiner Filme ist immer die Frage, was in der Seele eines Menschen vorgeht. Da er die Grenzen des Mediums genau kennt, beantwortete er diese Frage auch bildlich und nennt seine Werke „Seelenlandschaften.“
Diese sind von einer großen Akkuratesse, und Schärfe, von klaren Farben und klaren Linien. Er versteckt sich nicht hinter Schwammigkeit, Nebel oder Verwischung. Objektiv sind seine Bilder schwer zu beschreiben, weil sie erst im Spiegel unserer Wahrnehmung ihre Bedeutung erlangen. Sie fangen Augenblicke ein, Momente, die ganz klar zu sein scheinen.

Doch in dem Moment, wo wir glauben, sie gänzlich erfasst zu haben, fällt eine Rundung auf, eine Ecke, eine Kante, die nicht passen will und das vermeintlich Klare wieder zum Rätsel werden lässt. Marians Bilder reichen von abstrakt bis zu surrealistisch, aber es sind immer Seelenlandschaften, exakt wie auf einer Landkarte, so exakt Gefühle eben sein können... mit allen Widersprüchen, Hindernissen; Glück, Leid, Liebe und Hass...“
Dr. Michael Kibler, Schriftsteller.
Nachdenken über die Bilder von M. Czura anlässlich einer Ausstellung in Darmstadt

Irgen d`Kork

Irgen d`Kork, freischaffender Künstler, ist 1954 in Russland geboren und lebt seit 1993 in Deutschland. Sein bürgerlicher Name ist Kaufmann und der Künstlername d` Kork eine Erinnerung an seine Mutter. Er begann mit 17 Jahren zu malen und zu zeichnen, probierte verschiedene Techniken aus und entwickelte sich nach seinem Studium stetig weiter.

An der Kunstakademie und später im Kunstatelier entwickelte er seinen eigenen Malstil und arbeitete schließlich als Grafiker in der Werbebranche. Ab 1980 begann er auszustellen: zuerst bei Gruppenausstellungen und später folgten Einzelausstellungen in einigen Länder Europas, unter anderen auch bei großen internationalen Ausstellungen wie „Art International Zürich“.
In diversen Perioden arbeitete er in verschiedenen Richtungen von fast realistischen Darstellungen über den Kubismus zur abstrakten Kunst hin. Er mischt manchmal das Reale mit dem Surrealen, wodurch seine Werke oft sehr hintergründig und tiefsinnig sind. Einige Bilder haben einen humorvollen Unterton. Was seine Ölgemälde auszeichnet, sind Farben. Sein ganzes Schaffen ist sehr farbenfroh und vermittelt dadurch sein positives Fühlen. Es entstehen Bilderserien, woraus sich jeweils ein Zyklus bildet, z.B.: Hafengeschichten, Harlekin und seine Freunde u.a. Ein Zyklus besteht aus drei bis fünfzehn Bildern. Die Zyklen werden oftmals über Jahre vervollständigt und ergänzt. Ob als Einzelbild oder im Zyklus erzählen einige Bilder kleine Geschichten, die zu deuten und herauszufinden dem jeweiligen Betrachter überlassen ist.